Bericht - Rückert-Gymnasium Berlin

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Zu Gast bei Gott – Exkursion der Klasse 8E zu drei Gotteshäusern

Am 05.12.2018 unternahm die Klasse 8E im Rahmen des Ethik-Unterrichts, begleitet von Frau Amelsberg und Herrn Naumann, eine Exkursion zu den Gotteshäusern der drei monotheistischen Religionen.

Als erstes besuchten wir die älteste Moschee Deutschlands in der Brienner Straße in Wilmersdorf. Dort wurden wir mit dem Friedensgruß „Salam aleikum“ begrüßt und es erwartete uns – nachdem wir uns alle die Schuhe ausgezogen hatten – ein Diavortrag des stellvertretenden Imam über die spannende und wechselvolle Geschichte dieser besonderen Moschee, die eine Nachahmung des berühmten Tadsch Mahal in Indien ist. Wie der Vortrag und das anschließende Gespräch ergaben, steht die Moschee seit ihrer Errichtung für den Dialog mit allen Religionen und versteht sich als offenes Haus. Dass dies nicht nur ein frommes Bekenntnis ist, hat die Geschichte erwiesen: So war die Moschee in der Zeit der Judenverfolgung Zufluchtsort für die Gejagten und von dort aus wurde Juden geholfen, die Flucht aus Deutschland vorzubereiten.

Auch bei unserem nächsten Ziel, der Synagoge in der Pestalozzistraße, begegnete uns die Geschichte wieder sofort an der Eingangspforte: Die Synagoge überlebte buchstäblich  die Programnacht nur deshalb, weil sie im Hinterhof an ein Wohnhausensemble angegliedert ist und deshalb nicht in Brand gesteckt wurde. Auch bei dieser Begegnung  - dieses Mal mit Schuhen und Kippa bei den Männern - mit dem Vorsteher der Synagoge wurde der einende Gedanke der Geschwisterlichkeit der Religionen deutlich: Trotz aller Unterschiede, die es selbst im Judentum gibt, überwiegen die gemeinsamen Wurzeln und Inhalte der Religionen oder sogar Regeln und Rituale. Dass bei Gottesdiensten oder Konzerten trotzdem polizeilicher Wachtschutz vonnöten ist, ist traurige Realität, die in solchen Momenten der Begegnung absurder und trauriger denn je erscheint. Verabschiedet wurden wir dort mit dem Friedensgruß „Schalom!“

Unsere letzte Station, die Kirche am Hohenzollerndamm, ein Beispiel für die Baukunst des  nordischen Expressionismus, war ein wahrer Lichtblick. Die Kirche mit der achtgrößten Orgel der Stadt und den buntesten Fenstern überhaupt ist ein Raum aus Luft und Licht und ein Beispiel für moderne und trotzdem sakrale Bauweise. Der Name ist übrigens auch eine Art des Widerstandes gegen Hitler gewesen, indem man sie kurz nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 nach dem Platz, an dem sie steht, „Kirche am Hohenzollernplatz“ nannte. So konnte verhindert werden,  dass dieser große Platz wie so viele andere in der Stadt nach einer Persönlichkeit des Nationalsozialismus umbenannt wurde. Auch hier begegnete uns die Geschichte also wieder und einte einmal mehr die drei Religionen Judentum – Islam – Christentum.

So konnten wir mit vielen neuen Raumeindrücken und wieder ein Stückchen weiser den Heimweg bei strahlendem Wetter antreten.

Schalom oder Salam aleikum oder Friede sei mit Dirnicht nur zur Weihnachtszeit!

Annkathrin Amelsberg



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