Geo-Vortrag 2019 - Rückert-Gymnasium Berlin

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So voll war es noch nie

Am 31.10.2020 wurde die schon seit etlichen Jahren laufende Vortragsreihe zu abiturrelevanten Themen mit einem Vortrag von Prof. Dr. Bodenschatz (TU Berlin) fortgesetzt. Die Reihe wird gemeinsam von der GeoUnion, dem VDSG / LV Berlin sowie dem Rückert Gymnasium durchgeführt. Das Thema „Berlin“ hatte eine gewaltige Zugkraft. Die Aula des Rückert-Gymnasiums war bis auf den letzten Platz gefüllt. Einigen Schülergruppen, die sich erst spät gemeldet hatten, mussten sogar Absagen erteilt werden.

In seinem Vortrag umriss Prof. Dr. Bodenschatz die Berliner Geschichte von den sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. An zentraler Stelle stand das Datum 1.10.2020, die Entstehung von (Groß-) Berlin vor 100 Jahren in den heutigen Grenzen. Es wurde dargelegt, wie die Raum- und Verkehrsplanung schon seit der Industrialisierung den Zusammenschluss etlicher Städte und Gemeinden im Umfeld des damaligen Berlins vorbereitete. Die Entscheidung für die Gebietserweiterung der Stadt fiel sehr knapp aus, die bürgerlichen Parteien sperrten sich, die SPD, die USPD und die DDP stimmten dafür. Erkauft wurde die Zustimmung der eingemeindeten Städte und Landgemeinden mit Zugeständnissen, an deren Folgen Berlin heute noch zu knabbern hat: Die Bezirke erhielten gegenüber der Zentralverwaltung sehr viele Vorrechte, die Kompetenzverteilung war nicht immer eindeutig. Die hohe Zahl der Rathäuser weist noch heute auf eine ehemalige Selbstständigkeit hin. Aufgrund einer geschickten Boden-Vorratspolitik war es möglich, viele öffentliche Vorhaben zu realisieren.

Es würde zu weit führen, alle Aspekte des Vortrages hier zu referieren, aber auf einige interessante Informationen sei doch hingewiesen. So gab es eine Berliner Mauer schon bis in die sechziger Jahre des 19. Jahrhunderts - als Zollmauer. Großzügige Planungen sind in Berlin nicht neu, zum Glück wurden etliche aber nicht realisiert. So gab es zum Beispiel einen Vorschlag aus den zwanziger Jahren, den Leipziger Platz autogerecht in drei Stockwerken zu befahren. Auch die Monumental-Pläne eines Albert Speers wurden vor der Realisierung von der Geschichte überholt. Etwas Ähnliches gilt für die Gestaltung des Oranien-Platzes, der einmal als Autobahnkreuz im Gespräch war. Autogerecht realisiert wurden dagegen Straßenbreiten im Osten wie im Westen der Stadt.

Die Wohnsituation in Berlin, die gegenwärtig wieder einmal für Schlagzeilen sorgt, ist schon seit Beginn der Industrialisierung ein großes Problem. Dargestellt wurden das Hinterhofelend um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert, die sozial ausgerichteten Siedlungen der zwanziger Jahre sowie die Großsiedlungen der sechziger und siebziger Jahre am Stadtrand in beiden Teilen der Stadt.

Auch aktuelle Probleme und Planungen, z.B. in Bezug auf den „Speckgürtel“ um Berlin und die Entwicklungen innerhalb des Autobahnringes, wurden angesprochen.

Im Anschluss an den Vortrag gab es die Gelegenheit, Fragen an den Vortragenden zu richten. Es ist nicht verwunderlich, dass die Schülerinnen und Schüler u.a. genauere Informationen zum Nachtleben der zwanziger Jahre und der Zukunft der Flughäfen in Berlin wünschten.

Hr. Rinklake (VDSG); Hr. Hoffmann, Hr. Dylong (beide Rückert-Gymnasium),  Hr. Prof. Dr. Bodenschatz (TU Berlin), Hr. Dr. Ellger (GeoUnion)

Unter den Abiturthemen des nächsten Jahres wird sich üblicherweise auch eines aus dem Bereich der Siedlungsgeographie befinden. Auch falls sich dieses Thema nicht explizit mit Berlin beschäftigen sollte, so ist es doch hilfreich, einen Bezug zur Heimatstadt herzustellen zu können, der neben der eigenen Erfahrung auch auf  wissenschaftlich gründlich aufgearbeitete Informationen beruht. Wir danken Herrn Prof. Dr. Bodenschatz für den kenntnisreichen und für die Schüler mit Sicherheit hilfreichen Vortrag.

Die Vortragsreihe wird im Frühjahr fortgesetzt.

Klemens Rinklake
2. Vorsitzender VDSG / LV Berlin
Mettestraße 8
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MO bis FR  7:30 13:45 Uhr
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